Persönlichkeit des Kindes

 

Das Kind erfährt in unserem Kindergarten Geborgenheit, Zuwendung und Liebe. Wir wollen es in seiner Persönlichkeit stärken und es soll lernen, seine eigenen Gefühle anzunehmen und damit gut umzugehen. Wir pflegen deshalb eine akzeptierende Atmosphäre, in der jedes Kind sich so angenommen fühlen kann wie es ist.

Das Kind wird in unserem Kindergarten ganzheitlich wahrgenommen und gefördert. Es findet Raum, Zeit und Verständnis, wenn es sich selbst ausprobiert. Das Kind darf echt („authentisch“) sein und seine Stärken und Schwächen kennenlernen, annehmen und entwickeln. So bildet es Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen und lernt zu sagen: „Ich bin einmalig!“.

Das Kind nimmt in unserem Kindergarten Beziehungen zu anderen Menschen auf und lernt, diese zu gestalten. Es erfährt Vertrauen und findet Bestätigung, wenn es selbst vertraut. Das Kind kann im Zusammenleben mit Kindern und Erwachsenen Rollen ausprobieren und darin sicher werden. So wird es Schritt für Schritt selbstständiger und lernt, Verantwortung zu übernehmen.

Das Kind findet in unserem Kindergarten Unterstützung darin, offen und neugierig auf das Leben und auf die Welt zuzugehen. Es lernt, Sachverhalte wahrzunehmen, Pro­bleme zu erkennen und sich damit auseinanderzusetzen sowie Lösungen zu suchen und zu finden.

Das Kind wird in seinem Umgang mit sich selbst gestärkt und darin unterstützt, mit äußeren Reizen und Ablenkungen bewusst umzugehen. Die zwei- bis dreimonatige spielzeugfreie Zeit, die wir etwa alle zwei Jahre haben, dient diesem Ziel und trägt zugleich zur Suchtprävention bei.

Diese Ziele verfolgen wir, indem wir situativbezogen arbeiten. Ziele, Methoden und Angebote orientieren sich an dem Entwicklungsstand, den Interessen und Bedürfnissen der Kinder, wie sie sich in der jeweiligen Situation zeigen. Erlebnisse und Ereignisse aus der Lebensrealität der Kinder werden aufgegriffen, damit die Kinder weitere Erfahrungen und Einsichten sammeln und in spielerischer Weise ihre Fähigkeiten fes­tigen und ausbauen können. Durch diese Art situationsbezogenen Arbeitens erfährt das Kind, dass es wahrgenommen wird und Einfluss hat auf den Kindergartenalltag.

Einen hohen Stellenwert hat in unserem Kindergarten das Spiel. Spiel ist eine aus der Neugierde geborene, freiwillige, oftmals spontane und lustvolle Auseinandersetzung mit der Umwelt. Im freien oder angeleiteten Spiel lernt das Kind auf eine Weise, die seinen eigenen Bedürfnissen optimal entgegenkommt. So bleiben Lernen und persönliche Wertschätzung stets eng miteinander verbunden.

Um der eigenen Persönlichkeit des Kindes besonders gerecht zu werden, beobachten wir es in seiner Ent­wicklung unvoreingenommen.

Braucht das Kind entsprechende zusätzliche Unterstützung verwenden wir den DESK 3-6 oder ET 6-6“, beraten die Familien entsprechend und stellen Kontakte zu entsprechenden Fachleuten und Institutionen her (etwa zu Fachärzten, Kinderzentren, Einrichtungen für Heilpädagogik, Sprachentwicklung oder psychologische Be­ra­tung, zum Jugend- oder Gesundheitsamt). In der Inte­grationsgruppe, sowie in einer Regelgruppe können Kinder gezielt durch Einzelintegrations- oder Frühfördermaßnahmen gefördert und in ihren persönlichen Möglichkeiten unterstützt werden.

  

Eingewöhnung für Kinder unter drei Jahren

Kinder, die in unserer Kindertageseinrichtung betreut werden, geben wir eine besondere Zeit der Eingewöhnung in Anlehnung nach dem Berliner Modell.

Basierend auf den Forschungsergebnissen der Bindungstheorie beginnen wir mit einer behutsamen Eingewöhnungsphase, welches dem Berliner Modell angeglichen ist.

In kleinen Schritten wird die Trennung zwischen Eltern und Kindern vorbereitet. Eine behutsame Eingewöhnung hat weitreichende Folgen auf die gesunde Entwicklung des Kindes.

Je nach Entwicklung der Kinder kann diese Eingewöhnung bis zu vier Wochen dauern. Wir richten uns hierbei nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes. Diese Art der Eingewöhnung soll dem Kind ermöglichen, zur jeweiligen Fachkraft eine möglichst gute Beziehung aufzubauen und zusammen mit Mutter oder Vater, Vertrauen in dem neuen Lebensraum zu fassen.

Auch für die Eltern ist die Zeit der Eingewöhnung eine wichtige Zeit, in der sie Einblicke in die Arbeitsweise der Einrichtung gewinnen. Sie erleben unmittelbar den Umgang der Erzieherinnen mit dem Kind. Fragen können beantwortet werden und auch bei den Eltern können mögliche Unsicherheiten abgebaut und Vertrauen aufgebaut werden.

Eine gute, gelungene Eingewöhnungszeit ist die Grundlage für eine gute Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.

  

Soziale Kompetenz

Das Kind entwickelt in unserem Kindergarten seine Bezie­hungs-, Gemeinschafts- und Gruppenfähigkeit. Es lernt, sich in andere Menschen einzufühlen (Empathiefähigkeit) und sie als eigene Persönlichkeiten wahrzunehmen, zu respektie­ren und zu akzeptieren.

Das Kind nimmt Menschen in ihren Unterschiedlichkeiten wahr und respektiert sie.

Das Kind lernt, wie es andere unterstützen und ihnen helfen kann. Es erfährt außerdem, dass es von anderen Kindern lernen, sich helfen zu lassen und Unterstützung an­nehmen kann.

Das Kind übt in unserem Kindergarten, Regeln selber aufzustellen, sie zu kennen und zu befolgen, aber auch seine Meinung zu sagen. Es erlebt Grenzen und lernt sie anzunehmen. Es beginnt, in der Gruppe zu diskutieren und ge­meinsam zu entscheiden (kindgemäße Partizipation). Dabei erlebt es, dass verschiedene Meinungen und Sichtweisen nebeneinander stehenbleiben können.

Das Kind lernt. den Umgang mit Konflikten und Beschwerden. Das aktuelle Gruppengeschehen wird wahrgenommen, die Mitarbeitenden reagieren darauf und helfen den Kindern, ihre sozialen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

Grundsätzlich halten wir es für wichtig, dass jedes Kind „seinen“ Gruppenraum, „seine“ Kindergruppe  und „seine“ Erzieherin hat. Es braucht eine enge, vertrauensvolle Beziehung zu festen Ansprechpersonen und die Sicherheit, die ihm seine Gruppe und sein Gruppenraum bieten. Auch das gemeinsame Essen in der Gruppe hat hier seinen Platz.

Trotzdem arbeiten wir auch gruppenübergreifend. Jedes Kind kann nach Absprache den Kindergartentag ganz oder teilweise in einer anderen Gruppe verbringen. Auf dem Außengelände und in der Eingangshalle können die Kinder gemeinsam spielen. Musikangebote, Projekte oder Ausflüge werden häufig von mehreren Gruppen organisiert. Außerdem diffe­renzieren wir die Räume zum Beispiel zum Vorlesen, für bestimmte Bastel- oder andere Angebote oder zur Schulvorbereitung.

  

Sicherheit der Kinder

Das Kind soll in unserem Kindergarten sicher sein. Die Sicherheitsbeauftragte und der Hausmeister achten daher darauf, dass alle Bauten, Einrichtungsgegenstände und Spielgeräte in einwandfreiem Zustand sind. Regelmäßige Baubegehungen und technische Überprüfungen der Außenspielgeräte sorgen dafür, dass offensichtliche Gefahrenquellen umgehend beseitigt werden.

Auch über die technische Sicherheit hinaus soll das Kindeswohl in unserer Einrichtung in jeder Hinsicht gewährleistet sein. Das von unserem Kindergartenteam erarbeitete Kinderschutz-Kapitel im Qualitätshandbuch wird vom Fach­verband der Evangelischen Kindertagesstätten in Schleswig-Holstein (VEK) überregional als vorbildliches Muster angeboten.

Darin sind besondere Maßnahmen festgehalten und dem neuesten Stand angepasst:

  • Die Beauftragte für Kinderschutz achtet zusammen mit der Kindergartenleitung und dem Träger darauf, dass gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden und Gewohnheiten und Abläufe dem jeweils aktuellen Stand dem

Kinderschutz entsprechen. Sie sorgt dafür, dass mögliche Gefährdungen für das Kindeswohl, die von Mitarbeitenden oder Dritten ausgehen können, frühzeitig erkannt und abgewendet werden.

  • Das Kind soll nicht allein oder durch unbefugte Perso­nen aus der Obhut des Kindergartens gelangen können. Klare Verhaltensregeln, auch für bringende und abholende Erwachsene, und technische Maßnahmen an den Zugängen gewährleisten ein möglichst hohes Maß an Sicherheit.
  • Das Kind soll in unserem Kindergarten Hilfe finden, wenn sein Wohl außerhalb der Einrichtung gefährdet ist. Wir nehmen daher unsere gesetzliche Mitverantwortung sehr ernst und haben durch Vereinbarungen mit dem Jugendamt des Kreises Ostholstein sichergestellt, dass mit Anhaltspunkten für Kindeswohlgefährdungen professionell umgegangen wird.
  • Das Kind soll auch innerhalb unserer Einrichtung kei­ner Form von Gewalt ausgesetzt sein. Wir überprüfen daher bei jeder Neueinstellung und regelmäßig alle fünf Jahre anhand eines aktuellen erweiterten Füh­rungs­zeugnisses, dass keine auffällig gewordenen Per­sonen von uns beschäftigt werden. Das gilt auch für nichtpädagogisches Personal und für Ehrenamtliche. Im Verdachtsfall handelt der Träger von der EKD herausgegebenen „Hinweisen für den Umgang mit Fällen von Pädophilie, sexuellem Missbrauch Minderjähriger und Kinderpornographie bei Mitarbeiter/innen der evangelischen Kirche“.
  • Das Kind hat die Möglichkeit, sich mit Anliegen und Beschwerden an jede erwachsene Person, die in unserem Kindergarten beschäftigt wird, zu wenden. Wir nehmen die Beschwerden bewusst wahr und nehmen sie an. Gemeinsam mit dem Kind suchen wir nach einer Lösung.

Nach SGB § 8a SGB VIII nehmen die Fachkräfte des Kindergartens den Schutzauftrag des Jugendamtes bei Kindeswohlgefährdung entsprechend wahr und handeln wie folgt:

  1. Wenn einer/einem pädagogischen Mitarbeiter/in des Kindergartens Pusteblume Tatsachen bekannt werden, die möglicherweise auf eine Kindeswohlgefährdung hindeuten könnten, so hat sie/er
     a) den/die Gruppenleiter/in, in dessen/deren Gruppe das betreffende Kind betreut wird,
          und
     b) die Kindergartenleitung zu informieren.
  1. Informationen gemäß Nr. 1 werden von der Kindergartenleitung schriftlich dokumentiert und verwahrt. Die Aufbewahrungsfrist endet drei Jahre, nachdem das Kind zum letzten Mal im Kindergarten Pusteblume betreut wurde. Danach sind entsprechende Unterlagen nach den Datenschutzbestimmungen zu vernichten.
  2. Wird die Kindergartenleitung gemäß Nr. 1 informiert, so berät sie die Situation mit den pädagogischen Mitarbeiter/inne/n der Gruppe, in der das betreffende Kind betreut wird. Dabei geht es vorrangig darum, ob die bekannt gewordenen Tatsachen möglicherweise als „gewichtige Anhaltspunkte“ für eine Kindeswohlgefährdung zu werten sein könnten. Im Zweifel entscheidet die Kindergartenleitung. Zeitpunkt, Teilnehmer/innen, Anlass und Ergebnis dieses Gesprächs werden entsprechend Nr. 2 schriftlich festgehalten.
  3. Führt das Gespräch gemäß Nr. 3 zu dem Ergebnis, dass eventuell „gewichtige Anhaltspunkte“ für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, so ist unverzüglich der/die zuständige Trägervertreter/in zu informieren. Gemeinsam beraten Gruppenfachkräfte, Kindergartenleitung und Trägervertreter/in darüber, ob gemäß § 8a II SGB VIII eine weitere Fachkraft zur Gefährdungsabschätzung hinzuzuziehen ist und ob möglicherweise die Anhaltspunkte so gewichtig sind, dass umgehend das Jugendamt informiert werden muss. Im Zweifel entscheidet die Kindergartenleitung. Zeitpunkt, Teilnehmer/innen und Ergebnis dieses Gesprächs werden entsprechend Nr. 2 schriftlich festgehalten.
  4. Falls dadurch nicht der wirksame Schutz des Kindes gefährdet wird, beraten Gruppenfachkräfte und Kindergartenleitung die Situation mit den Sorgeberechtigten. Sie teilen den Sorgeberechtigten ihre Einschätzung der Situation mit und wirken ggf. auf geeig­nete Hilfen hin. Die Sorgeberechtigten sind in diesem Gespräch auf den Schutzauftrag des Kindergartens gemäß § 8a II SGB VIII ausdrücklich hinzuweisen. Zeitpunkt, Teilnehmer/innen und Ergebnis dieses Gesprächs werden entsprechend Nr. 2 schriftlich festgehalten.
  5. Wenn geeignete Hilfen nicht angenommen werden oder das Kindeswohl nicht ausreichend sicherstellen können, informiert die Kindergartenleitung das Jugendamt. Falls dadurch nicht der wirksame Schutz des Kindes gefährdet wird, werden die Sorgeberechtigten darüber vorher unterrichtet. Wird gegen den Willen der Sorgeberechtigten oder ohne deren Wissen das Jugendamt eingeschaltet, ist vorher der/die zuständige Trägervertreter/in zu informieren.
  6. Die Kindergartenleitung entscheidet darüber, ob, wann und inwieweit die übrigen Mitglieder des Kindergartenteams und ggf. die Elternschaft der betroffenen Gruppe oder des gesamten Kindergartens informiert werden. Erklärungen gegenüber Presse und Öffentlichkeit obliegen dem/der zuständigen Trägervertreter/in. Sie können an die Kindergartenleitung delegiert werden.
  7. Bei unmittelbarer Gefahr im Verzug sind unabhängig vom festgelegten Verfahrensablauf die geeigneten Maßnahmen zu treffen.

 

 

Beteiligungsformen der Kinder

 

Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden

Richard Schröder

 

  • Bei Gesprächsrunden werden Spiel- und Arbeitsinteressen direkt von den Kindern erfragt. Hierbei können sie ihre Wünsche und Ideen zur Planung und Reflexion einbringen.

  • Regeln für das Zusammenleben in der Gruppe werden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet. Die Einhaltung wird überprüft und bei Bedarf sind sie auch veränderbar.
  • Im Rahmen der Offenheit, Zeit und Raum arbeiten wir gemeinsam mit den Kindern ihre Ideen, Anregungen und Wünsche auf. Dies geschieht in Gesprächsrunden. Dadurch können situationsbezogene Veränderungen auch von Kindern herbeigeführt werden.
  • Die Kinder beteiligen sich an lebenspraktischen Aufgaben, wie Tische decken, fegen, „Magischen Teller“ vorbereiten usw.
  • Kinder gestalten ein Fest mit, indem sie eigene Ideen zu den Inhalten einbringen.
  • Im Freispiel suchen sich die Kinder ihren Spielpartner und bestimmen selbst ihren Spielbereich.
  • Die Kinder sind in die Planung der Raumgestaltung aktiv miteinbezogen und bestimmen mit ihrem Interesse, ob Räume einer Veränderung bedürfen.