Unsere pädagogische Praxis

 

Kinder
Kinder wollen sich bewegen,
Kindern macht Bewegung Spaß,
weil sie so die Welt erleben,
Menschen, Tiere, Blumen, Gras. 
Kinder wollen laufen, springen,
kullern, klettern und sich dreh´n,
wollen tanzen, lärmen, singen,
mutig mal ganz oben steh´n,
ihren Körper so entdecken
und ihm immer mehr vertrau´n,
wollen tasten, riechen, schmecken
und entdeckend hören, schau´n,
fühlen, wach mit allen Sinnen
innere Bewegung – Glück.
Laßt die Kinder dies gewinnen
und erleben Stück für Stück!
Karin Schaffner

 

Der Ev.-Luth. Kindergarten Pusteblume soll ein Ort sein, an dem Kinder sich wohlfühlen, auf hohem pädagogischen Niveau begleitet werden und so „mit Gott groß werden“ können. Mit seinen Möglichkeiten unterstützt er Familien bei den vielfältigen Anforderungen des Alltagslebens.

Grundlage der Arbeit ist neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen das christliche Menschenbild und die Ganzheitlichkeit. Kinder sind danach unverwechselbare und unendlich wertvolle Geschöpfe Gottes, die ein Recht auf Leben und Entfaltung haben. Ihre Bedürfnisse stehen daher im Vordergrund. Die Kinder sollen eine Welt vorfinden, die ihnen entspricht, und sie sollen lernen, selbst zu einer menschengerechten Welt beizutragen.

Inhaltlich bedeutet dies in unserem Berufsalltag zum einen, dass bei jedem Kind individuelle Fähigkeiten unter Berücksichtigung der Lebenswelt gesehen werden müssen, wie die persönliche Situation / die Lebenssituation / die Familiensituation / die Gleichwertigkeit der Geschlechter, die verschiedenen Kulturen und die allgemeinen Sozialisierungsbedingungen.

Jedes Kind besitzt seine ganz besondere Persönlichkeit, seinen eigenen Geist, Körper und Seele, die in manchen Lebensphasen unterschiedlich ausgeprägt sind. Diese Persönlichkeit wollen wir wertschätzen und im alltäglichen Umgang berücksichtigen, daher verstehen wir die integrative Arbeit für die Kinder, die bei uns eine besondere Förderung erhalten, als einen normalen Prozess, den wir unterschiedlich ausgeprägt leben und begleiten können.

Aus diesem Ziel folgt die deutliche Schwerpunktsetzung in der Persönlichkeitsentwicklung.
Der Ev.-Luth. Kindergarten Pusteblume soll Kinder entlassen, die selbstbewusst und beziehungsfähig sind und den christlichen Glauben als wichtige Quelle für Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz kennengelernt haben.

  

 

Unsere Schwerpunktentscheidung 

Über viele Jahre steht schon die Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Kindes im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit im Ev.-Luth. Kindergarten Pusteblume. Dies wollen wir als unser deutlich erkennbares Profil weiter pflegen und ausbauen.

Für den Krippen- und Elementarbereich bedeutet dies, dass wir jedes Kind darin unterstützen, nach seinen persönlichen Möglichkeiten
  • sich selbst wahrzunehmen und
  • sich selbst auszudrücken.

Wichtige Medien dafür sind Körper und Stimme, die Sprache sowie die Geschichtenwelt lebensnaher Religion. Wir legen daher besonderen Wert auf unsere Schwerpunktbereiche

  • Religionspädagogik
  • Bewegung
  • Musik
  • Sprachentwicklung

 

  

Religionspädagogik

Das Kind erfährt in unserem Kindergarten Geborgenheit, Zuwendung und Liebe. Wir wollen es in seiner Persönlichkeit stärken und es soll lernen, seine eigenen Gefühle anzunehmen und damit gut umzugehen. In dieser Grundhaltung erlebt das Kind, was es bedeutet, dass Gott jeden Menschen liebt und so, wie er ist, annimmt.

Das Kind lernt in unserem Kindergarten den christlichen Glauben kennen: Es entdeckt die Kirche, es feiert und versteht die wichtigsten christlichen Feste, es singt und betet, es lernt Jesus kennen und beschäftigt sich mit Geschichten aus der Bibel.

Das Kind erlebt in unserem Kindergarten Gemeinschaft, die stark macht. Es lernt, seine eigenen Bedürfnisse in die Gruppe einzubringen. Und es lernt, auf die Bedürfnisse anderer zu achten und mit Grenzen umzugehen. So erfährt es ganz praktisch, wie gut und nützlich die beiden Teile des berühmten Gebotes sind: „Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst.“

Das Kind lernt in unserem Kindergarten, seine Welt als Gottes Schöpfung zu sehen. Es erlebt und versteht Naturzusammenhänge und lernt, Pflanzen, Tiere und Menschen zu schätzen. Es erfährt, dass jedes Kind anders ist, und sieht sich selbst als wertvollen Teil einer bunten Welt.

Wichtige Elemente für diesen Schwerpunkt sind Gebete und Lieder im Gruppenalltag, das gemeinsame Feiern der Feste des Kirchenjahres, die Woche des Evangelischen Kindergartens, die in der Regel einmal jährlich stattfindet, Besuche in der Kirche und Besuche der Gemeindepastorinnen in den Gruppen. sowie situationsbezogene religionspädagogische Elternbriefe.

All das geschieht in einer Atmosphäre konfessioneller und interreligiöser Offenheit. Anderer Glaube wird akzeptiert, keinem Kind wird etwas „aufgezwängt“. Wir erwarten von Eltern nur die Zustimmung dazu, dass das Kind bei uns Leben und Lehre der evangelisch-lutherischen Kirche kennenlernt und miterlebt.

 

 

Bewegung

Das Kind findet in unserem Kindergarten viele Anregungen, sich drinnen und draußen zu bewegen. Es wird darin unterstützt, seinem natürlichen Bewegungsdrang zu folgen und seine körperlichen Möglichkeiten zu festigen und fortzuent­wickeln. Das ist für uns ein wesentlicher Teil der Ge­sundheitserziehung. Zum anderen ist der Körper ein wich­tiges Medium, über das das Kind eine gute und sichere Beziehung zu sich selbst und zu seiner Umwelt entwickelt.

Das Kind findet auf dem großzügigen Außengelände und in den Innenräumen, insbesondere der Eingangshalle, viele Möglichkeiten zur Bewegung. Es ist genügend Platz vorhanden und ver­schiedenste Spielgeräte regen dazu an, ihn vielfältig zu nutzen. So behält das Kind Freude an der Bewegung und am Ausprobieren. Es entwickelt Körpergefühl und lernt sich einzuschätzen.

Das Kind geht mit seiner Gruppe regelmäßig in die Turnhalle mit ihren besonderen Spiel- und Sportangeboten.

Bei Wald- und Naturtagen entdeckt das Kind die Bewegungsmöglich­kei­ten in der Natur und erlebt, dass es selbst ein lebendiger Teil der Natur ist.

Das Kind wird in seinen grob- und feinmotorischen Fähigkeiten gezielt gefördert, unter Umständen mit heilpädagogischen Methoden. Wahrnehmungsspiele und Wahrnehmungshilfen, Massagen, unsere Motorikanlage, das Bällebad oder gezielt eingesetzte Körperübungen und Aufgaben helfen dem Kind, eventuelle körperliche Entwicklungseinschränkungen zu überwinden.

 

  

Musik

Das Kind soll in unserem Kindergarten Freude am Singen und Tanzen finden, sein Rhythmusgefühl entwickeln, sowie die orffschen Musikintrumente kennenlernen.

Die Musik, insbesondere das Singen, ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Sie ist die „Sprache der Seele“ und daher eine gute Grundlage für psychische Ausgeglichenheit und Kompetenz im Umgang mit Gefühlen. Sie ist zudem noch vor der Sprachentwicklung grundlegend für wichtige Vernetzungsprozesse im Gehirn und fördert die kognitiven Fähigkeiten des Kindes. Musik, vor allem das Singen, ist drit­tens ein wichtiges elementares Ausdrucksmedium und un­terstützt die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

Die Musik soll ein fester Bestandteil ihres Lebens werden. Die Kinder sollen erleben, dass Musik auch ihre Emotionen wiederspiegelt und verändern kann. Kinder erleben, dass Musik Freude macht.

Zusätzlich zu dem täglichen Singen, haben die Kinder die Möglichkeit einmal wöchentlich mit einer Erzieherin gruppenübergreifend Musik zu erleben und zu gestalten. Dabei werden die unterschiedlichsten Methoden angewandt.

Es werden Lieder gesungen, Musikinstrumente ausprobiert und gespielt, die Kinder können sich zur Musik bewegen oder auch malen. Die Kinder lernen auch klassische Musik kennen und erleben Rhythmik.

 

 

Sprachentwicklung

Das Kind soll in unserem Kindergarten lernen, sich sprach­lich mitzuteilen und daran Freude zu haben. Es findet Unterstützung bei der Suche nach seinen sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten und erweitert diese altersentsprechend.

Das Kind entwickelt dafür seine phonetischen Fähigkeiten sowohl passiv (Hören) als auch aktiv (Sprechen) fort. Seine Lautbildung und sein Satzbau werden aufmerksam wahrgenommen und gezielt gefördert. Auf die Ausbildung der Schriftsprache bereiten vielfältige Malangebote und die spielerische Schulvorbereitung im letzten Kindergartenjahr vor.

Das Kind lernt sowohl im Zweiergespräch als auch in der Gruppe zuzuhören und selbst zu erzählen. Es lernt Gesprächsregeln kennen und übt sich darin, sie zu beachten.

Wir achten sorgfältig darauf, welche besonderen Hilfen das Kind für seine Sprachentwicklung braucht und fördern auf diese Weise nötigenfalls auch die sprachliche Integration. Dafür arbeiten wir regelmäßig mit logopädischen Fachkräften zusammen und begleiten die Eltern entsprechend. Gezielt ausgewählte Spiele, Lieder, Gedichte oder Geschichten und Gespräche in der Gruppe oder mit dem einzelnen Kind fördern die Sprachentwicklung und zeigen uns den jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes.

Durch die Teilnahme am SPRINT-Programm („SPRach-INTensiv-För­de­rung“), ohne ausreichende Deutschkenntnisse, bekommen die Kinder nach Bedarf zusätzliche Förderung. Zum Teil haben Erzieherinnen unseres Kindergartens sich im Bereich der speziellen Sprachentwicklung und -förde­rung zusätzliche Kompetenzen erworben.

In unserer Sprachfördergruppe sind die Kinder aus mehrsprachigen Familien, aber auch Kinder deutscher Herkunft, die sich nicht in logopädischer Behandlung befinden. Unser Ziel ist es, dass das Kind in der deutschen Sprache gefestigt wird.

Regelmäßige Besuche der ehrenamtlichen „Vorlesepaten“ und – je nach Möglichkeiten – Angebote zur spielerischen Einführung englische Sprache ergänzen diesen Schwerpunkt.